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Musik für Trauerfeier und Beerdigung - Alles was Sie wissen müssen

Musik ist bei vielen Beerdigungen wesentlicher Bestandteil der Trauer­zeremonie. Ob Live oder vom Band, klassisch, modern, getragen oder fröhlich - mit der passenden Trauermusik bekommt die Trauerfeier einen persönlichen und würdigen Rahmen.

Doch welche Art von Trauermusik ist angemessen oder welche Lieder empfindet man als passend und schön für eine Beerdigung? Wie und wo findet man gute Musiker, die während der Bestattung singen oder spielen können? Braucht man für das Abspielen von Songs vom Band bei einer privaten Beerdigungsfeier eine GEMA-Lizenz?

Sie finden im folgenden wichtige Tipps, Hinweise und alle Informationen zum Thema Beerdigungs­musik für eine würdige, musikalisch ansprechende Bestattung ganz im Sinne des Verstorbenen und der Hinter­bliebenen.


Trauermusik - Musik als Bestandteil von Begräbnisfeiern

Trauermusik als Teil der Bestattungskultur

In vielen Kulturen und seit Menschen­gedenken ist Musik in verschiedenen Ausprägungen wesentlicher Teil der Bestattungs­kultur. Trauermusik hilft, Emotionen freien Lauf zu lassen und Trauer, Schmerz oder Leid auszudrücken. Mit Musik und Tanz wird in manchen Gemeinschaften auf mehrtägigen Trauerfesten das erfüllte, lange Leben eines Verstorbenen gefeiert. Weltweit sind Gesänge Teil religiöser und kultureller Übergangsriten.

Schon im alten Ägypten begleiteten Klagefrauen mit rituellen Klagerufen und Totenpriester mit gesungenen Hymnen den Sarkophag mit dem einbalsamierten Verstorbenen zur Grabkammer.

Auch in der Antike wurden bei Trauer­zügen tradierte Texte gesungen, die von Flöten- und Lautenmusik begleitet wurden (die Nänie). Im Christentum galten diese aus der Antike stammenden Klage- und Trauer­gesänge eher als heidnisch und wurden von der Totenmesse (missa pro defunctis), dem sogenannten Requiem abgelöst. Der liturgische Text wurde oft als Auftragswerk von zahlreichen Komponisten vertont und damit um eine emotionale, musikalische Ebene erweitert. Die Liste von Requiem-Vertonungen umfasst Werke von der Renaissance bis heute, zum Beispiel von W.A. Mozart, J. Brahms oder A. Lloyd Webber (1984).

Von den Klageliedern im Judentum, den gesungenen Mantras bei hinduistischen Beerdigungen, rhythmischen Trommel­liedern afrikanischer Begräbnis­feste zu Ehren des Verstorbenen bis zum Jazz-Begräbnis in New Orleans, bei dem das Leben des Verstorbenen in einem musikalisch begleiteten Trauerzug gefeiert wird - Musik nimmt in der Trauer­bewältigung in vielen Kulturen und Religionen eine wichtige Rolle ein.


Möglichkeiten und Arten von Trauermusik

Wichtigster Maßstab bei der Entscheidung, ob und wie Sie welche Musik im Rahmen der Abschiednahme einsetzen, sind der Respekt vor dem Verstorbenen, das Empfinden der Trauernden sowie ihr kultureller oder religiöser Hintergrund. Ob Live oder vom Band, modern, klassisch, weltlich oder religiös, überlegen Sie, was am besten zum Verstorbenen passt und was Sie mit der Trauermusik ausdrücken oder erreichen wollen.

Live-Musik oder Abspielen einer Musik­auf­zeichnung?

Beerdigungsmusik

Unabhängig vom vorhandenen Budget hängt die Entscheidung für oder gegen "lebendige" Musiker bei einer Beerdigung von vielen individuellen und persönlichen Faktoren ab.

Vielleicht war es der Wunsch des Verstorbenen nach einem bestimmten Musikstück oder nach Musik von einem besonderen Menschen? Vielleicht will sich ein musikalischer Angehöriger durch seine Musik persönlich verabschieden? Vielleicht lassen die Örtlichkeiten und Umstände der Bestattung aber auch gar keine Live-Musik zu? Wenn der Verstorbene keine Vorgaben oder Wünsche geäußert hat, besprechen Sie sich im Kreis der Angehörigen, was Ihnen hier wichtig ist.

Live-Musik am Grab bei Regen und Kälte

Ist der Auftritt eines Musikers direkt am Grab gewünscht, achten Sie auf die Witterungs­bedingungen. Bei starkem Regen oder Minus­temperaturen kann es sein, dass ein Auftritt nur verkürzt oder sogar gar nicht möglich ist.

Sorgen Sie vorab für ausreichend Regenschutz wie einen großen Schirm, den jemand halten kann und koordinieren Sie den Auftritt in Rücksprache mit dem Musiker so, dass dieser sich nur möglichst kurz im Freien aufhalten muss.

PRO Live-Musik

Neben der deutlichen Aufwertung des feierlichen Rahmens spricht für die physische Präsenz von Musikern, dass sie einen Gegenpol zur Trauer­stimmung der Angehörigen bilden und eine hoffnungs­volle und friedliche Atmosphäre erzeugen können. Bestimmte Musikstücke entfalten zudem vor allem Live ihre volle Wirkung.
TIPP: Wenn Sie den Aufwand für Auswahl und Suche von Musikern scheuen, bitten Sie doch einen Verwandten oder Freund, sich um die Live-Musik und Auswahl der Abschieds­lieder zu kümmern.

PRO CD/ Tonband

Das Abspielen von Musik vom Tonband ist die deutlich günstigere Variante. In kleinen Kapellen ohne Empore ist zudem für die Live Darbietung großer Orchester­stücke mit entsprechend notwendigem Ensemble oft kein Platz. Das gewünschte Stück kann dann nur vom Band laufen.


Gemeinsam Singen - Trauer bewältigen durch Gesang

Singen ist eine der ältesten Ausdrucks­möglichkeiten des Menschen. Die Wirkungen des Musizierens mit der eigenen Stimme auf Körper, Geist und Seele sind so positiv, dass Gesang sogar im therapeutischen und klinischen Bereich angewandt wird.

Singen löst Verspannungen und Stress, sorgt für Ausgeglichen­heit und hilft Gefühle, die nicht in Worte gefasst werden können, loszuwerden. Das gemeinsame Singen von Klage­liedern, Trauer­gesängen aber auch Liedern voller Hoffnung bindet die ganze Trauer­gemeinde aktiv ein, sorgt für seelische Ausgeglichen­heit und hilft in der Bewältigung der Trauer.

Bei der Auswahl von Beerdigungs­liedern speziell für einen Trauer­gottes­dienst können Sie sich an den weiter unten aufgeführten Vorschlägen unter "Geistliche Lieder" orientieren. Manche Kirchenlieder haben sehr viele Strophen. Ideal sind 3 - 4 Strophen pro Lied, lassen Sie den Rest einfach weg. Und wenn Sie den Liedzettel für die Messe gestalten, achten Sie auf Großdruck zur leichteren Lesbarkeit. Passende Muster für Liedzettel finden Sie im Internet, oft unter der Rubrik "Hochzeit".

Instrumental­begleitung

Sollen gemeinsam Lieder gesungen werden, ist es ratsam, mindestens einen Organisten/ Pianisten oder Gitarristen zur Begleitung zu haben. Lieder zu einem Tonband mitzusingen kann schwierig sein.


SOLO oder Ensemble - welches Instrument & in welcher Besetzung?

Je nach Örtlichkeit, Budget und persönlichen Präferenzen sind bestimmte Instrumente als Ensemble oder Soloinstrument für Trauerfeiern besonders geeignet und beliebt.

  • Soloinstrumente
    Mit dem passenden Musikstück kann fast jedes Instrument solo auf einer Trauerfeier eingesetzt werden. Streicher (Geige, Bratsche, Cello, Kontrabass), Bläser (Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott, Horn, Posaune oder Trompete - gerne auch als Soloinstrument am Grab), aber auch Gitarre, Klavier, Orgel und Harfe eignen sich je nach persönlichem Wunsch, finanziellen Möglichkeiten, Örtlichkeiten und Verfügbarkeit für die würdige Gestaltung und musikalische Begleitung.
  • Duo
    Gerade bei Trauer­messen werden Solo­instrumente gerne auch in Kombination mit Orgel­begleitung eingesetzt oder -je nach Räumlichkeit- auch mit Klavier-, Gitarren- oder auch Harfen-Begleitung. Denken Sie bei einem solchen Duo daran, rechtzeitig den Kontakt zwischen Organist und Solist herzustellen.
  • Ensemble
    Wenn es das Budget und die Räumlich­keiten zulassen, kann gerade bei größeren Begräbnissen mit einem Ensemble ein besonders feierlicher Rahmen geschaffen werden. Auch hier sind alle möglichen Zusammen­setzungen vorstellbar. Besonders beliebt ist das Streich­quartett, aber auch Streichtrio oder Klaviertrio sowie Holzbläser­ensemble und ganze Blech­bläser­formationen wie beispielsweise ein Posaunen­chor.

Hinweise zur Organisation

  • Soll der Solist durch ein Klavier begleitet werden, prüfen Sie, ob vor Ort überhaupt ein Klavier vorhanden ist. Manche Pianisten können nach Absprache ersatzweise ein eigenes Keyboard mitbringen. Ist dafür ein Strom­anschluss vorhanden?
  • Achten Sie auf ausreichend Platz für die Musiker, genügend Licht und stellen Sie Stühle ohne Armlehnen bereit. Prüfen Sie, ob die Musiker ihre eigenen Notenständer mitbringen und ob für Pultleuchten ein Strom­anschluss, Mehrfach­stecker oder Verlängerungs­kabel gebraucht werden.
  • Machen Sie vorab eine Ortsbegehung, damit Sie gegebenen­falls nochmal Rücksprache mit dem Musiker halten können.
  • Noten und Arrangements bringen in der Regel die Musiker. Ansonsten können auf www.imslp.org fast alle Noten auch kostenfrei heruntergeladen werden.

Beerdigungs­musik Vermittlung - So finden Sie Musiker für Trauerfeier und Beerdigung

Musiker für Beerdigung buchen

Eine Trauerfeier mit Live-Musik ermöglicht eine besonders persönliche Art des Abschiednehmens und gibt der Begräbnisfeier einen würdigen Rahmen. Dabei können sowohl der Trauergottesdienst in der Kirche oder Kapelle bzw. die weltliche Trauerfeier in der Trauerhalle, als auch die Grablege auf dem Friedhof durch musikalische Begleitung eines oder mehrerer Musiker besonders persönlich und würdevoll gestaltet werden.

Wenn im Verwandten- oder Bekanntenkreis niemand in der Lage ist, selbst zu musizieren oder das nicht möchte, wendet man sich am einfachsten an Berufsmusiker. Sie haben ein großes Repertoire, eigenes Notenmaterial, stellen sich individuell auf die Wünsche der Angehörigen ein und können selbständig ein angemessenes Musik­programm zusammenstellen. Das ist vor allem dann besonders hilfreich, wenn den Angehörigen dafür die Kraft und Zeit fehlt.


Passende Musiker finden

Überlegen Sie, welches Budget Ihnen zur Verfügung steht, ob Sie bestehende Kontakte zu Musikern nutzen können und welche Art von Trauermusik Sie zu welchem Zeitpunkt (Kirche, am Grab, beim Trauerkaffee) gerne gespielt oder gesungen hätten. Dann suchen Sie gezielt nach einem Sänger, Bläser, Streicher oder Organisten. Bei einem Ensemble müssen in der Regel nicht alle Mitspieler bestellt werden. Meist beauftragt man einen einzelnen Musiker, der dann sein Ensemble auf die gewünschte Größe und Formation selbst zusammenstellt.

  • Sänger
    Sänger (Sopran, Alt, Tenor oder Bass) für eine Beerdigungs­feier oder Trauer­messe finden Sie leicht über die ansässigen Opernhäuser, lokale Musikschulen oder auch den Kirchenchor.
  • Organist
    Vor allem für die Totenmesse in der Kirche bietet es sich an, einen Organisten zu engagieren. Er begleitet die Gemeinde­lieder, gestaltet das musikalische Vorspiel und den Auszug und begleitet auf Wunsch auch zusätzliche Musiker. Der Kontakt wird leicht über das Pfarramt hergestellt. Ein persönliches Gespräch vorab ist unabdingbar, um Liedwünsche zu besprechen und sich gegebenenfalls beraten zu lassen.
  • TIPP: Auch bei nicht-kirchlichen Bestattungen kann man sich an einen Kirchen­organisten wenden. Diese können meist sehr gut Klavier spielen oder weitere Musiker vermitteln.
  • Instrumentalist
    Werden weitere Musiker für den Gottesdienst gesucht, ist es oft am einfachsten, über den Organisten zu gehen oder den örtlichen Kirchenchor. Oder Sie wenden sich an das Orchesterbüro eines größeren Orchesters in der Nähe, die örtliche Musikschule oder auch die örtliche Blaskapelle.

Kosten für Musiker - damit sollten Sie rechnen

Die im Jargon sogenannten Gruft­muggen werden von Musikern oft neben­beruflich angeboten. Das Honorar oder die Gage für einen Auftritt bei der Trauerfeier ist damit vor allem Verhandlungssache und hängt auch davon ab, ob der Musiker den Verstorbenen kannte und deshalb zum "Freundschafts­preis" antritt.

Sie sollten jedoch mit etwa 200 EUR pro Musiker rechnen und je nach Entfernung gegebenenfalls zusätzlichem Fahrtkosten­ersatz. Bei freischaffenden Musikern kommt noch die Mehrwert­steuer hinzu. Soll im Anschluss an die Beerdigung auch während des Leichen­schmaus oder Trauerkaffees musiziert werden, ist dies extra zu berücksichtigen.

Ausgebildete Musiker werden Sie bei der Auswahl geeigneter Stücke und sinnvoller Besetzungen in der Regel nicht nur kompetent beraten, sie haben dank ihrer professionellen Darbietung oft großen Anteil am würdevollen Ablauf und Gelingen einer Trauerfeier. Dies sollte auch entsprechend honoriert werden.

Musiker aus dem Familienkreis

Besonders günstig ist es natürlich, Musiker aus dem Bekannten- oder Freundes­kreis um einen Auftritt beim Begräbnis zu bitten. Vielleicht ist es sogar der Wunsch eines Angehörigen oder Freundes sich damit als Ausdruck von Dankbarkeit, Liebe oder Respekt individuell und persönlich verabschieden zu können.

Bedenken Sie aber, dass es für Musiker aus dem engeren Familienkreis schwierig oder auch unmöglich sein kann zu spielen, wenn sie vom Trauerfall persönlich betroffen sind. Wichtig ist daher, dass man im Vorfeld Bedenken und Wünsche klar bespricht und entsprechende Entscheidungen auch respektiert.


Angemessene Lieder, Trauerlieder und Musikstücke für eine Beerdigung

Orgelmusik Beerdigung

Bei der Wahl der passenden Trauermusik gibt es eigentlich keine festen Vorgaben oder Beschränkungen. Im Vordergrund stehen persönliche Vorlieben und Wünsche des Verstorbenen oder der engsten Angehörigen, aber auch Art, Umfang und Örtlichkeit der Trauer­feierlich­keiten.

Wir geben Ihnen hier im folgenden einen Überblick zu den einzelnen Musik­kategorien mit einer Auswahl entsprechender Musikstücke, die in der jeweiligen Kategorie gerne für eine Trauerfeier, den Trauer­gottesdienst oder die Abschieds­nahme am Grab gewählt werden. Einige der Kategorien und Musikstücke sind dabei eher für Live-Auftritte in unterschiedlichster Stärke und Besetzung geeignet, andere hingegen sind ideal für ein Abspielen vom Band.

Überblick zu den Kategorien mit entsprechenden Musikbeispielen

In dieser eher modernen Kategorie, die leicht vom Band gespielt werden kann, spielen oft persönliche Erinnerungen und Präferenzen eine Rolle. Ausgewählte Stücke:

  • J. Williams: Theme aus Schindlers Liste
  • E. Morricone: Deborah's Theme aus Once Upon a Time in America
  • P. Glass: Truman Sleeps aus Truman Show
  • L. Mason: Nearer my God to Thee aus Titanic
  • L. Bernstein: Somewhere aus West Side Story
  • A. Menken: Einmal aus Glöckner von Notre Dame

Geistliche Lieder sind Kirchen­lieder mit christlich-religiösem Inhalt. Sie werden gemeinsam von der Gemeinde gesungen und sind fester Bestandteil eines katholischen oder evangelischen Trauer­gottes­dienstes. Sehr eingängig sind bekannte Kirchenchoräle, die von Orgel oder Klavier begleitet werden können. Je nach Zeitpunkt im Kirchenjahr eignen sich auch Adventslieder.

  • J.S. Bach: Jesus bleibet meine Freude (Kantate Herz und Mund und Tat und Leben)
  • Die Nacht ist vorgedrungen
  • Ich steh' an deiner Krippe hier

Eine große Liste schöner Kirchen­lieder finden Sie auch unter "Katholische Kirchenlieder" und "Evangelische Kirchenlieder"

Unter Kammer­musik versteht man heute meist das Musizieren mit einer kleineren Zahl an Instrumentalisten in einer räumlich begrenzten Umgebung. Gerade diese kleinen Besetzungen bieten eine große Flexibilität für einen intimen und feierlichen Rahmen. Die Bandbreite kammer­musikalischer Werke aus allen Epochen ist unermesslich. Der folgende Auszug dient hier zur Entscheidungs­findung und Orientierung.

  • J. Pachelbel: Kanon für 4 Stimmen in beliebiger Besetzung
  • C. Schubert/ F. Liszt: Litanei für Klaviersolo
  • J.S. Bach: Prelude aus Suite Nr.1 für Cello Solo
  • W.A. Mozart: Streichquartett d-moll KV 421 Allegro moderato und Andante
  • W.A. Mozart: Streichquartett C-Dur KV 465 Andante cantabile
  • J.S. Bach: Air aus Suite BWV 1068, "Universalstück" für Geige, Cello, Flöte mit Orgel oder Klavierbegleitung
  • G. Fauré: Élégie op 24, c-moll für Cello und Klavier/ Orgel
  • F. Schubert: Streichquartett "Rosamunde" a-moll: Andante
  • F. Schubert: Streichquartett "Der Tod und das Mädchen" d-moll: Andante con moto
  • J.S. Bach: Sonate für Violine Solo a-moll: Andante
  • J.S. Bach: Partita für Violine Solo h-moll: Sarabande
  • F. Chopin: Prelude op 28 Nr. 4 e-moll für Klavier Solo

Für etwas größere Besetzungen, mindestens aber Streichquartett:

  • S. Barber: Adagio for Strings b-moll
  • T. Albinoni: Adagio für Streicher und Orgel g-moll

Hier findet man Lyrik und Poesie mehrstimmig oder im Sologesang mit Klavierbegleitung vertont. Ausgewählte Musikbespiele:

  • F. Schubert: Ständchen (Leise flehen meine Lieder)
  • E. Grieg: Solveigs Song (Peer Gynt)
  • F. Schubert: Ave Maria
  • W.A. Mozart: Laudate Dominum (KV339)
  • J.S. Bach/ Ch. Gounod Ave Maria

Bei der Oper als musikalische Gattung des Theaters werden Handlung, Gefühle und Stimmungen durch Musik gestaltet. Es gibt eine entsprechend große Menge an Werken in unter­schiedlichster Ausprägung, von denen sich viele auch für Trauerfeiern eignen. Ausgewählte Werke:

  • P. Mascagni: Intermezzo (Cavalleria Rusticana)
  • G.F. Händel: Largo (Xerxes)
  • G.F. Händel: Lascia ch'io pianga (Rinaldo)
  • J. Massenet: Méditation (Thaïs)

Diese Kategorie geistlicher bzw. religiöser Musik mit traditionell kirchlichem Hintergrund umfasst Singstimmen (Chor), die von Instrumental­musik begleitet werden und eignet sich daher vor allem für den Trauer­gottes­dienst im größeren Rahmen. Ausgewählte Stücke:

  • W.A. Mozart: Lacrimosa (Requiem KV 626)
  • W.A. Mozart: Ave verum (Motette KV 618)
  • G. Verdi: Libera me (Messa da Requiem)
  • J. Brahms: Selig sind, die da Leid tragen (Ein deutsches Requiem)
  • J.S. Bach: Oh Haupt voll Blut und Wunden (Matthäus Passion)
  • J.S. Bach: Ruhet wohl ihr heiligen Gebeine (Johannes Passion)

Lieder aus der Kategorie Pop oder Schlager werden oft aufgrund bestimmter persönlicher Erinnerungen gewählt, die mit dem Verstorbenen in Verbindung stehen. Aufgrund der großen Bandbreite finden sich hier Musik­optionen für jeden Anlass. Ausgewählte Songs:

  • Sting: Fields of Gold
  • R. Cicero: In diesem Moment
  • Sia: Breathe me
  • C. Perri: Arms
  • J. Lennon: Oh my Love
  • Enya: Only Time
  • B. Midler: The Rose

Wenn das Singen im Vordergrund steht und ein Sänger oder sogar Chor die Trauerfeier begleiten kann, sind Gospels und traditionelle Spirituals bei Beerdigungen eine gern gewählte Kategorie. Ausgewählte Songs:

  • W. Willis: Swing Low, Sweet Chariot
  • C. Mayfield: People get ready
  • J. Buckley: Hallelujah
  • G. Harrison: My Sweet Lord
  • A. Franklin: Amazing Grace
  • A. Assad: Be Thou My Vision
  • H. Scott: Thy Will

Volkslieder sind meist schlichter, haben eine eingängige, volksläufige Melodie und handeln von entsprechend regionalen, heimischen Traditionen oder Themen. Ausgewählte Lieder:

  • J. Groban: You raise me up
  • Irish Traditional: Oh Danny Boy
  • P. Kreuder: Sag beim Abschied leise Servus

Märsche und Walzer sind vor allem eine Option, wenn bei der Beerdigung ein oder mehrere Musiker live auftreten können. Ausgewählte Werke:

  • J. Sibelius: Valse Triste (für Orchester)
  • F. Chopin: Marche funèbre (Trauermarsch aus der Klaviersonate Nr.2 op35)
  • F. Chopin: Walzer Nr. 19 a-moll (für Klavier Solo)

Gut zu Wissen

Nahezu alle hier aufgeführten Musik­vorschläge sind in verschiedenen kleinen oder großen Besetzungen machbar.

Bei begrenztem Platz kann ein Streichquartett zum Beispiel ein nicht in den Raum passendes Orchester ersetzen.

Organisten, Pianisten oder Gitarristen können den Orchesterpart übernehmen und damit die Solostimme bzw. das Soloinstrument begleiten.


Musikvorschläge für spezielle Anlässe

  • Sternenkinder
    • Eric Clapton - Tears in Heaven
    • Zaz - Demain c'est toi
  • Kinderbeerdigungen
    • Billy Joel - Lullabye
    • Schubert - Ave Maria
    • Andreas Gabalier - Amoi seg' ma uns wieder
    • Ennio Morricone - Deborah's Theme
  • Tod des Lebenspartners
    • Bach/Gounod - Ave Maria
    • Friedrich Händel - Lascia ch'io pianga (Rinaldo)
    • Céline Dion - My heart will go on (aus Titanic)
    • Herbert Grönemeyer - Der Weg
  • Familie - Großeltern - Eltern - Geschwister
    • Schubert/Mozart - Streichquartette
    • Friedrich Händel - Largo (Xerxes)
    • Pietro Mascagni - Intermezzo (Cavalleria Rusticana)
    • Barbra Streisand - Papa, Can You Hear Me? (Yentl)
    • Elton John - Candle in the Wind
    • Israel Kamakawiwoʻole - Somewhere Over the Rainbow
  • Beerdigung von Freunden
    • Andrea Bocelli/Sarah Brightman - Time To Say Goodbye
    • Jeff Buckley - Hallelujah
    • Reinhard Mey - Lass nun ruhig los das Ruder
    • Edvard Grieg - Solveigs Song (Peer Gynt)
    • F. Liszt/ F. Schubert - Litanei

J. Bühner/ Philharmonisches Staatsorchester Mainz

GEMA & Urheberrechte

Wer auf einer Trauerfeier, bei der Grablege oder im Gottesdienst urheberrechtlich geschützte Musik vom Band abspielen oder live aufführen will muss vorab eine entsprechende Lizenz bei der GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Verviel­fältigungs­rechte) erwerben.

Urheber­rechtlich geschützt ist alles, was nicht selbst­komponiert oder explizit freigegeben ist.

Es fallen damit auf so gut wie jeder Beerdigungs­feier GEMA Gebühren für Trauermusik an. In kollektiven Rahmen­verträgen haben die katholische und evangelische Kirche sowie der VuB (Verband unabhängiger Bestatter) und der BDB (Bundes­verband Deutscher Bestatter) als Sonder­abkommen mit der GEMA die Nutzungs­rechte für Beerdigungs­musik in Kirchen bzw. bei Trauerfeiern geregelt.

So entfällt für die Angehörigen in der Regel der Verwaltungs­aufwand und die Zahlung der Lizenz­gebühren ist pauschal abgegolten.

TIPP GEMA Lizenz:
Sprechen Sie bei der Liederauswahl den Pfarrer oder Bestatter darauf an, ob Ihre persönliche Liederwahl durch eine pauschale Lizenz gedeckt ist oder ob Sie eine Einzel­lizenz benötigen.

Viele Bestatter bieten ihren Kunden die Einholung der notwendigen GEMA-Lizenz als Service­leistung.


Musik bei Beerdigungen politischer Personen und Würdenträger

Klassische Trauermusik

Öffentliche Trauerfeiern im großen Rahmen finden oft in prächtigen Kirchen mit großer Empore statt, und das meist großzügige Budget erlaubt den Einsatz sinfonischer Orchester, Chöre und bekannter Solisten.

Die Auswahl von Musik­stücken für feierliche Begräbnisse bekannter Persönlich­keiten, Würdenträger und halb-/öffentlicher Personen richtet sich meist nach persönlichen Vorgaben und Wünschen des Verstorbenen.

Altkanzler Helmut Schmidt zum Beispiel liebte Musik und hinterließ detaillierte Vorgaben, welche Lieder er sich für seine Trauerfeier wünschte. Beim Staatsakt in Hamburg sang für ihn der Chor St. Michaelis die Motette „Der Geist hilft unser Schwachheit auf“, es spielte das Philharmonische Staats­orchester Hamburg und der Dirigent flog eigens aus Kanada an.

Beim Pontifikal­requiem (Totenmesse) von Altkanzler Helmut Kohl im Dom zu Speyer spielte der Organist mit der Toccata und Fuge in d-Moll von Bach ein persönliches Lieblingsstück Helmut Kohls, zudem sangen der Domchor und spielte die Deutsche Staats­philharmonie Rheinland-Pfalz.

Sehr eindrucksvoll und vielfältig liest sich die Musikliste der Trauerfeier von Lady Di in Westminster Abbey. Neben traditioneller Musik von Henry Purcell erklang das "Libera me" aus dem Verdi-Requiem, vorgetragen vom Chor der BBC und einer Solo-Sopranistin, sowie das inzwischen weltweit bekannte Lied "Candle in the wind", gesungen am Klavier von Elton John.


Häufige Fragen

Selbst bei kirchlichen Beerdigungen, bei denen Organisten häufig das Vorspiel und den Auszug der Trauer­messe musikalisch gestalten und die Trauer­gemeinde beim Singen mit Orgelmusik begleiten, wird der Organist durch die Kirche nicht automatisch gestellt.
Er wird in der Regel für den Trauer­gottes­dienst extra engagiert und für sein Orgelspiel bezahlt. Der Kontakt wird dabei leicht über das Pfarramt hergestellt.
Wenn Sie einen ausgebildeten Musiker dafür engagieren, bei einer Trauerfeier zu singen oder zu musizieren, sollten Sie mit ab 200 EUR pro Musiker rechnen. Hinzu kommen gegebenenfalls Fahrtkosten und sonstige Auslagen und bei freischaffenden Musikern noch die Mehrwert­steuer. Dies ist jedoch nur ein Richtwert. Ein Freund oder Familien­mitglied spielt vielleicht auch zum Freund­schafts­preis oder umsonst, allerdings sollten Sie in solchen Fällen bedenken, dass es mitunter schwer sein kann vor einer Trauer­gemeinde zu spielen, wenn man selbst betroffen ist.
Ausgebildete Musiker beraten Sie zur Auswahl geeigneter Musikstücke und passenden Besetzung, organisieren in der Regel die Noten sowie bei Bedarf auch weitere Musiker für ein Ensemble und tragen mit ihrer professionellen Darbietung viel zum würdevollen Ablauf und Gelingen der Trauerfeier bei. Dies sollte auch entsprechend honoriert werden.
Bei der Wahl der passenden Trauermusik gibt es keine festen Vorgaben oder Beschränkungen. Im Vordergrund stehen persönliche Vorlieben und Wünsche des Verstorbenen und der Hinterbliebenen. Von modern und poplastig bis getragen und klassisch, gemeinsam gesungen, als Instrumental­musik, Live oder vom Band - schön ist, was dem Gedenken des Verstorbenen dient, das Empfinden der Angehörigen respektiert und zum religiösen oder kulturellen Hintergrund passt.
Sie finden bei uns zahlreiche Lied­vorschläge für verschiedene Musik­kategorien und Genres, seien es Oratorien, Kunstlieder, Lieder aus Film oder Musical, Gospel, deutsche Volkslieder, Schlager oder Kirchen­lieder. Auch für die Beerdigung speziell von Kindern, Lebenspartnern, Familienangehörigen oder Freunden finden Sie auf unserer Seite konkrete Musik­vorschläge, die Sie gerne verwenden können.
Wie auch auf die Frage ob Fernseher oder Stadion, Konzertsaal oder CD, gibt es keine eindeutige Antwort darauf ob Live-Musik bei einer Beerdigung besser oder schlechter ist als das Abspielen eines Musikstückes vom Band. Echte, "lebendige" Musiker schaffen eine feierliche Atmosphäre und können der Beerdigung eine besonders persönliche, hochwertige Note geben. Vielleicht ist es aber auch das Vorspielen des Songs eines speziellen Künstlers, was dem Abschied des Verstorbenen am meisten gerecht wird.
Am Ende hängt es vom Budget, der Örtlichkeit, persönlichen Vorlieben und den Umständen der Bestattung ab, ob Sie Musiker zum Singen oder Spielen engagieren oder ein Lieblingsstück des Verstorbenen im Original vom Band spielen.
Sobald Sie auf einer Beerdigung in welcher Form auch immer Musik vortragen oder spielen lassen, die nicht selbstkomponiert oder explizit freigegeben ist und damit urheber­rechtlich geschützt ist, benötigen Sie dafür eine Lizenz von der GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Verviel­fältigungs­rechte). Die großen Kirchen sowie die in Verbänden organisierten Bestatter haben in besonderen Rahmen­verträgen mit der GEMA jedoch die Nutzung von Trauer­musik pauschal geregelt und abgegolten, so dass für die Angehörigen normalerweise weder Verwaltungs­aufwand noch Kosten entstehen.
Klären Sie aber zur Sicherheit vorab mit dem Bestatter, ob Ihre Musikauswahl durch das Sonder­abkommen gedeckt ist.